Änderung des Vereinsportfolios

Es ist nun annähernd ein Jahr her, als aus einem reinen Freizeitprojekt für Minecraft die Gemeinschaft für Medienkompetenz „Grundbaustein“ e.V. hervorgegangen ist. Ein Verein, der sich dem Damoklesschwert „Medienkompetenz“ annehmen wollte und mit eher unkonventionellen Mitteln die Materie bearbeitet. Unser größtes Projekt ist dabei zweifelsfrei unser Minecraft-Server „Calad Amar“, der zurzeit eine aktive Stammgruppe von etwa 30-35 Spielern aufweist und in den letzten Jahren weitaus mehr Personen erreichen konnte. Ein direkter Ableger ist im Sommer 2013 im Haus der Jugend Berlin Mitte entstanden, der sich als Projekt unter dem Begriff „Gamification“ mit Minecraft als pädagogischem Werkzeug für die Arbeit mit Jugendlichen befasst.

Auch unser zweites Projekt, der Bereich der Open Source Software, konnte sich in dem Jahr vor allem in der Arbeit innerhalb des Vereins etablieren, spielte aber auch in der Zusammenarbeit mit anderen Institutionen bereits eine Rolle. So basiert nicht nur der komplette Server auf freier Software, sondern es konnten auch in der Arbeit in zwei pädagogischen Einrichtungen erste Erfolge bei der Einbindung erzielt werden.
Unser drittes Projekt konnte in den letzten Monaten jedoch keinerlei Erfolge verzeichnen. Der Versuch Linux als freies Betriebssystem für die praktische Arbeit zu etablieren scheiterte an zwei Faktoren. Zum Einen mangelt es uns vereinsintern an aktiven Linux-Nutzern, die gleichzeitig ausreichend Know-How mitbringen um an einer eigenen Distribution für die Arbeit mit Kindern zu arbeiten, zum Anderen ist der Versuch freie Software innerhalb eines Trägers zu etablieren, der ausschließlich durch einen eigenen IT-Betrieb ausgestattet wird, gelinde ausgedrückt „problematisch“. (An dieser Stelle bitte ein Augenzwinkern vorstellen)
Wir erklären diesen Teil unseres Vereinsportfolios keineswegs als gescheitert, jedoch haben wir uns mangels aktiver Ressourcen dafür entschieden das Projekt aus unserem offiziellen Angebot zu streichen und durch einen anderen Schwerpunkt zu ersetzen.

Künftig werden wir uns vermehrt auf die Begleitung von pädagogischen Einrichtungen bei der Umsetzung von IT-Projekten und deren Präsentation im Web konzentrieren. Die Schulung und Anleitung von Personal bei der eigenverantwortlichen Nutzung vorhandener Ressourcen. Aufbau eines Netzwerkes für die Kommunikation zwischen Einrichtungen, den Austausch von Erfahrungen und Kenntnissen im Bereich klassischer und moderner Medien. Schrittweiser Ausbau geeigneter Maßnahmen für die Fortbildung und Ausbildung pädagogischer Fachkräfte und Multiplikatoren vor Ort.

Abschluss der Erprobungsphase der Open Source Software OpenBiblio

Vor gut einem dreiviertel Jahr haben wir einen kleinen Artikel verfasst, der die Bibliothekssoftware vorgestellt hat und den Einstieg in eine längere Erprobungsphase darstellen sollte. Heute, etliche Monate später, müssen wir leider zu der Erkenntnis kommen, dass sie sich in unserem Praxisalltag als nicht zeitfreundlich erwiesen hat. Dies liegt weder in der Natur der Software, die ihre Arbeit genau so verrichtet hat, wie man es von einer Bibliothekssoftware erwartet, sondern vielmehr in dem Umstand, dass Pflegeaufwand und vorhandene Zeit in meiner Einrichtung in einem schlechten Verhältnis gestanden haben. Es sollte nicht geleugnet werden, dass der initiale Pflegeaufwand je Buch zwischen 5 und 10 Minuten liegt, da nicht nur Titel, Autor, ISBN, usw. erfasst, sondern für eine effektive Nutzung auch Stichworte und Kurzbeschreibung hinzugefügt werden müssen. Nun sind in den ersten Monaten in unserer Einrichtung sicherlich an die 150 Bücher angeschafft worden und zusätzlich durch private Bücher weitere 100 hinzugekommen, was einen zeitlichen Aufwand von gut 40h bedeutet hätte.
Bei aller Mühe und Engagement meinerseits, hat dies den Rahmen des mir möglichen jedoch gesprengt, denn ich bin kein Sachbearbeiter, der 6h am Tag für die Buchpflege zur Verfügung hat, sondern ein Erzieher der dieser Aufgabe im besten Fall in seinen 30min Pause oder gelegentlichen Vor- und Nachbereitungszeiten nachkommen kann. Hinzu kommt der Umstand, dass regelmäßige Kontrollen ebenfalls Zeit benötigen, schließlich muss der Datenbestand aktuell gehalten werden.

Als Fazit betrachten wir diese Softwarelösung also folgendermaßen:
Einrichtungen, die über eine gut gepflegte Bibliothek verfügen und ggf. mit Benutzerverwaltung arbeiten, finden in OpenBiblio eine sehr gute und nutzbare Anwendung, jedoch sollte der Pflege der Software genügend Zeit eingeräumt werden. Die Arbeit erleichtern würden definitiv ein Internetzugang und eine Erweiterung, die Buchdaten anhand der ISBN aus einem zentralen Register beschafft, etwa Amazon oder sonstige Lösungen, denn die manuelle Pflege ist es, die den Zeitfaktor überdehnt. Wenn bereits jemand Erfahrungen mit OpenBiblio sammeln konnte, würden wir uns über ein kurzes Feedback per Kommentar oder einen kleinen Bericht per eMail sehr freuen.

Serverfinanzierung 2013

Liebe Mitglieder, Förderer und Leser,

es freut uns euch mitteilen zu können, dass die Finanzierung des Vereinsserver (Stichwort “Serverfinanzierung 2013”) mit dem heutigen Tag als gesichert gilt.
Wir danken allen Unterstützern für ihre Mithilfe!

In Kürze schalten wir das Spendenbarometer für 2014 frei und hoffen auch im kommenden Jahr mit Eurer Hilfe rechnen zu dürfen.

Euer Vereinsvorstand

Minecraft Erfahrungsbericht Nr. 1

Ich möchte die Gelegenheit nutzen und einen kleinen Minecraft Erfahrungsbericht eines unserer Spieler veröffentlichen.
Er schildert kurz und prägnant seinen Werdegang im reelen und virtuellen Leben der vergangenen anderthalb Jahre.

Wie sich mein reales Leben und mein virtuelles Leben entwickelten

Sommer 2011. Meine damalige Freundin war lange 3 Wochen im Urlaub, weshalb es mir an dem ein oder anderen Abend etwas langweilig wurde. Tja, was macht man dann? Film schauen? Wird nach einiger Zeit langweilig. Zocken? Nein, keine Lust. YouTube anschmeißen, lustige Videos schauen. Ja genau das ist doch toll. Nach einiger Zeit stieß ich auf ein interessantes Video. Jemand spielte ein Spiel und redete dazu während er in einer Höhle herum irrte. Es war Gronkh, in einem sogenannten „Let´s Play“. Totales Neuland für mich! Keine 20 Minuten später wagte ich mich an die kostenlose 90-minütige Testversion. Als die Zeit rum war, war auch schon das Original gekauft und in Betrieb. Das Spiel beginnt! Aber erst mal im Singleplayer.

Gestrandet an einem Strand, ohne Ausrüstung, ohne jegliche Ahnung was zu tun ist. Wie kann das nur gut gehen? Gar nicht! Die ersten Ingame-Tage lief man tagsüber durch die Gegend und nachts wartete man Ewigkeiten in einem kleinen Erdloch auf den nächsten Tag. Die Nächte in den Erdlöchern verbrachte ich mit dem Minecraft-Wikipedia. Ach was, es gibt Schwerter mit denen man die angreifenden Monster abwehren kann? Was, sogar Rüstungen? Ach man kann sogar Nahrung anpflanzen? Toll, was es nicht alles gibt!

Es vergingen ein paar dutzend Tage, die Freundin, welche inzwischen wieder aus dem Urlaub zurück war, regte sich über meine gestiegene Aktivität am PC auf, das Minecraft-Wikipedia war größtenteils durchforstet und die ersten Häuser und Burgen, selbstverständlich aus billigsten Mitteln errichtet, standen soweit.
Der gute Herr Persson freute sich inzwischen auch über 3 weitere zahlende Kunden. Ich sollte in dem Marketingbereich wechseln… naja, zurück zum Thema.

Herbst 2011. Meine Karte im Singleplayer sah toll aus. Die Burg war fertig, die Gärten sahen toll aus, die Monster hielten Abstand. Wunderbar, so macht das doch Spaß. Leider Nein, ab dem Moment war es nicht mehr so spannend. Es wird Zeit sich ins Multiplayer zu wagen. Nach ein paar Tagen fand ich einen tollen Server. Es hat wahnsinnig Spaß gemacht zusammen die Welt zu erkunden, zusammen zu bauen, zusammen zu kämpfen. Ganze Städte entstanden, Landschaften wurden verändert. Minecraft – ein Spiel – förderte eindeutig die Teamfähigkeit, weit mehr als manch andere Onlinespiele. Die Wochen und Monate vergingen.

Winter 2011. Die Freundin gibt’s mittlerweile nicht mehr, keine Angst, es hat andere Gründe. Alle paar Wochen gab es ein Update und dementsprechend immer viel zum Entdecken.
Die Finger, wundgeschrieben nach all den vielen Wochen und Monate im Multiplayer, schrien nach einer Pause. Man bot mir an auf den serverinternen Teamspeakserver zu kommen. Kurze Zeit später wagte ich mich tatsächlich ins nächste Neuland. Anfänglich natürlich sehr ruhig, es waren schließlich fremde Personen! Die Wochen und Monate verstrichen…

Sommer 2012. Inzwischen wurde sogar die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Minecraft war nicht mehr nur ein einfaches Spiel. Man loggte sich ein, sowohl ins Spiel als auch auf den Teamspeakserver. Man bequatschte nicht nur Dinge über das Spiel. Nein, es wird inzwischen sogar über Politik, Privatleben und Urlaub geredet. Nach einem langen und harten Arbeitstag hat man nicht immer die Kraft oder Lust im Realen Leben loszuziehen, bzw. lohnte es sich zeitlich nicht immer. Kein Problem, Headset auf, Teamspeak und Minecraft an und noch schnell ne halbe Stunden Spaß haben.
Die Monate vergingen.

Sommer 2013. Mittlerweile wurde nicht nur der Multiplayerserver, sonder gleich noch der Wohnort sowie den Arbeitgeber gewechselt. Der Freundeskreis im realen sowie virtuellen Leben verschob sich, neue Leute kamen, einige alte bleiben auf der Strecke. Im Spiel selbst veränderte sich auch immer viel.

Heute. Zufrieden rückblickend auf die letzten 2 Jahre Minecraft fragt man sich: Hat es sich gelohnt? Hat man zu viel Zeit investiert? Was wäre passiert, wenn ich damals nicht auf das You-Tube-Video gestoßen wäre? Tja, man weiß es nicht. Aber bereuen tue ich es nicht. Mal schauen was die Zukunft bringt.

Das Prinzip Minecraft

Ich möchte in diesem Artikel näher auf das “Prinzip Minecraft” eingehen, eine Kombination verschiedenster Spielelemente aufbauend auf einem simplen, aber hoch motivierenden Spielprinzip.

Als “Flaggschiff” unseres Vereins liegt uns unser Minecraftserver “Calad Amar” besonders am Herzen, bindet er doch junge und ältere Spieler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an ein gemeinsames und abwechslungsreiches Hobby: Minecraft.

Was ist es, dass Spieler aus so vielen Bereichen der Gesellschaft anspricht und sie über Monate und Jahre an ein Spiel fesselt?
Freunden habe ich Minecraft stets als eine Art Lego am Computer beschrieben. Eine schier endlose Welt, bestehend aus Blöcken unterschiedlichster Materialien, die sich beliebig abbauen, kombinieren und weiterverarbeiten lassen.
Doch dies ist nicht der ganze Reiz, den Minecraft ausmacht, es sind auch leichte Rollenspielelemente, wie Charaktere und Erfahrungsstufen, die den Spieler zum Weitermachen motivieren sollen. Es sind Friedtiere, welche sich züchten lassen, Monster, die Herausforderungen bieten, vor allem aber die Möglichkeit die Welt zusammen mit Freunden und fremden Spielern gemeinsam zum Leben zu erwecken. Einen Mikrokosmos zu schaffen und Strukturen zu entwickeln.

Das Prinzip Minecraft

Minecraft

Seinen größten Erfolg aber verdankt das Spiel einer Gemeinschaft aus Entwicklern und engagierten Spielern, die hunderte und tausende Stunden Arbeit in die Entwicklung von Schnittstellen und Erweiterungen investieren, um die Welt und das Spielgefühl nach ihren Wünschen zu formen. Es ist gleichermaßen ein Anreiz des Spielens, wie des Entwickelns, was Hand in Hand geht und auch heute noch, nach über 3 Jahren des Bestehens von Darkcraft – Calad Amar, immer neue Herausforderungen schafft.

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